11.12.2017

58. Österreichische Pflanzenschutztage 2017: Interessiertes Fachpublikum traf sich in St.Pölten

Plenum im Julius Raab Saal des WIFI St. Pölten

Die Niederösterreichische Landeshauptstadt war am 28. und 29. November Veranstaltungsort der 58. Österreichischen Pflanzenschutztage. Einmal mehr lud die „Österreichische Arbeitsgemeinschaft für integrierten Pflanzenschutz (ÖAIP) zum Vortragsmarathon und Meinungsaustausch, diesmal in den Julius Raab Saal des Wirtschaftsförderungsinstitutes nach St. Pölten. Im Jahr 1959 gegründet, versucht die ÖIAP Land- und Forstwirte in Form von ambitionierten Informationsveranstaltungen und Aussendungen über die neuesten Trends im Bereich des integrierten Pflanzenschutzes, der Pflanzengesundheit und diverser Produktinnovationen aber auch die aktuellen Erkenntnisse in der Grundlagenforschung zu informieren.

Mit dieser zweitägigen Fachtagung unter dem Motto: „Immer weniger Wirkstoffe im chemischen Pflanzenschutz - haben wir genug Werkzeuge für integrierte Produktionskonzepte?“ wurde dieses Vorhaben wieder eindrucksvoll dokumentiert. Bevor die 400 interessierten Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn den 40 Fachvortragenden lauschen konnten, umrissen im Plenum unter dem Vorsitz von Univ. Prof. DI Dr. Siegrid Steinkellner (BOKU Wien) Dr. Falko Feldmann (Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft e.B.), DI Maria Deutsch (Industriegruppe Pflanzenschutz), Dr. Albert Bergmann (AGES) und DI Thomas Schmidt (Landwirt - Abropan GnbR) in ihren Eröffnungs- und Impulsreferaten das Motto der Tagung aus der Sicht der Wissenschaft, der Industrie, des Produzenten sowie des Konsumenten.

In einer regen Podiumsdiskussion war man sich einig, dass die Herausforderungen in der Landwirtschaft hinsichtlich einer ökonomisch wie ökologisch ausgewogenen Produktion, die sowohl Landwirte wie auch den Konsumenten völlig zufrieden stellt, in Zukunft nicht leichter werden. Seriöse Kommunikation, die die Notwendigkeit eines umweltbewussten Pflanzenschutzes unterstreiche und den oft nicht fundierten Negativberichten entgegenzuwirken, sei nach wie vor ein Gebot der Stunde. Den Konsumenten (auch den ganz jungen) ein heile Welt der Landwirtschaft mit „Küberl und Harke“ , „sprechenden Ferkeln“ und „blauen Kühen“, denen Schokolade aus den Eutern tropft, vorzugaukeln, sei genauso widersinnig wie der Glaube, ohne integriertem Pflanzenschutz die bestehenden Markterfordernisse erfüllen zu können, so der Tenor bei der Podiumsdiskussion.

ÖIAP-Präsident DI Dr. Josef Rosner und Geschäftsführer Ing. Stefan Winter dankten den zahlreichen Gästen für Ihr Kommen und ihr großes Interesses und luden anschließend zum Forum Pflanzengesundheit - ein Abend für den integrierten Pflanzenschutz.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung kam es auch zu den traditionellen Ehrungen und Preisverleihungen. Präsident DI Dr. Josef Rosner und GF Ing. Stefan Winter freuten sich dabei besonders, eine Premiere verkünden zu dürfen. Erstmals seit Bestehen der ÖAIP ging die Ferdinand Beran-Medaille, die höchste Auszeichnung, die die Arbeitsgemeinschaft zu vergeben hat, an eine Dame. Der langjährigen AGES-Mitarbeiterin Hildegard Barcza-Leeb wurde diese Ehre zuteil. Sie freute sich auch ganz besonders darüber, dass sie Medaille und Urkunde aus den Händen des Enkelsohnes von Ferdinand Beran, DI Dr. Christian Stockmar entgegennehmen durfte.

Drei junge Akademiker kamen auch in den Genus von Ehr´und Geld. Christina Topitschnig, Julia Votzi und Sebastian Friedl wurden von einer Fachjury auserkoren und durften nach der Präsentation ihrer Masterarbeiten den Georg Prosoroff Preis 2017 entgegennehmen.

Den Abschluss bildeten dann die Impulsreferate der Arbeitskreisvorsitzenden für Information und Forschung, Pflanzenschutzmittelanwendung und Anwendungstechnik, die ebenfalls von regen Diskussionen begleitet wurden.

Last but not least war es dann wieder Dr. Gabor Tarcali, der Präsident der ungarischen Pflanzendoktoren, der den weiten Weg aus Debrecen nicht gescheut hat, um bei der Tagung das Wort zu ergreifen. Er betonte einmal mehr die Wichtigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, schließlich scheren sich Pflanzen- und Bodenschädlinge auch um keine Landes- und Staatsgrenzen.

BT:Foto 435:ÖIAP-Ehrungen - Prosoroff-Preis und Beran MedaillePräsident DI Dr. Josef Rosner, Julia Votzi, Sebastian Friedl, Hildegard Barcza-Leeb,Christina Topitschnig, Geschäftsführer DI Stefan WinterPodiumsdiskussion:Foto 95Vl: Dr. albert Bergmann (AGES), DI Maria Deutsch (Industriegruppe Pflanzenschutz), Dr.Falko Feldmann (Deutsche Phytomedizinische Gesellschaft), DI Thomas Schmidt(Landwirt - Agropan GnbR)Foto 55Plenum im Julius Raab Saal des WIFI St. Pölten